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Das Land entscheidet

Nach "Give Live a Chance"-Absage: Nordrhein-Westfalen verschärft Regeln für Veranstaltungen

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 02.09.2020

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Nach "Give Live a Chance"-Absage: Nordrhein-Westfalen verschärft Regeln für Veranstaltungen

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. © Land NRW

Nordrhein-Westfalen hat die Regeln für Veranstaltungen verschärft: Ab sofort entscheidet das Land über jede Großveranstaltung. Die Entscheidung kommt kurz nach der Diskussion um Marek Lieberbergs "Give Live A Chance"-Konzert.

In einer Pressemitteilung vom 31. August gab der NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann strengere Regeln für Veranstaltungen ab dem 1. September 2020 bekannt. Der Rest der Coronaverordnung bleibt weitgehend gleich.

Ab 1.000 Besuchern entscheidet das Land

Veranstaltungen ab 500 Besuchern dürfen nur mit einem Hygienekonzept stattfinden, das neben allen Richtlinien in der Veranstaltungsstätte auch einen genauen, pandemiegerechten Plan für die An- und Abreise der Besucher enthält.

Für Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern benötigen die Veranstalter eine Sondergenehmigung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS). Das Ministerium beurteilt, basierend auf dem aktuellen Infektionsgeschehen im Land, ob die Veranstaltung durchführbar ist. 

Reaktion auf geplantes Großkonzert

Die Verschärfung der Richtlinien kommt kurz nachdem ein offizielles Statement verkündete, dass das geplante Großkonzert in Düsseldorf, "Give Live A Chance", verschoben wurde. 

Die Gesundheitsminister wollten ursprünglich gemeinsam mit der Stadt Düsseldorf und dem Veranstalter Marek Lieberberg von Live Nation bis zum 31. August das Infektionsgeschehen beobachten und im Anschluss eine Entscheidung treffen.

Nach Gesprächen zwischen der Landesregierung und Lieberberg wurde das Konzert schon vorher verschoben. Es hätte "unüberbrückbare Differenzen" gegeben.

Unterschiedliche Positionen

In einem Interview mit dem Radiosender hr Info spricht Lieberberg über die Entscheidung. Es sei ein menschlich anständiges Gespräch gewesen, obwohl die Positionen weit auseinander lagen. Gesundheitsminister Laumann hätte viel Verständnis gezeigt, jedoch habe er Lieberberg dazu angehalten, die aktuelle Situation zu beachten und einzusehen, dass ein solches Konzert nicht vertretbar ist. 

Lieberberg ist weiterhin von seinem Hygienekonzept überzeugt und zitiert in dem Interview die Berliner Charité und das Düsseldorfer Gesundheitsamt. Beide hätten bestätigt, dass ein Konzert mit Maskenpflicht und sozialer Distanz kein beziehungsweise kaum ein Infektionsrisiko aufwiese.

Mehr zum Interview mit Marek Lieberberg gibt es hier.

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